Warum jetzt eigentlich Wildpflanzen?

Heutzutage jagt ein Ernährungstrend den nächsten. Was gestern noch selbstverständlich war, gilt morgen vielleicht schon wieder als überholt. Und was du heute noch mit gutem Gewissen isst, kann morgen schon wieder verpönt sein.

Schon wieder ein Ernährungstrend?

Kennst du das auch? Ständig wird man mit neuen Ernährungstrends konfrontiert und jeder behauptet für sich, der einzig Wahre zu sein und am meisten für unsere Gesundheit zu tun. Obwohl ich mich noch nie wirklich an solchen Trends orientiert habe, habe ich mich dennoch schlau gemacht und nachgelesen, worum es bei den meisten Ernährungstrends geht. Man weiß ja nie, vielleicht hat ja doch jemand die perfekte Ernährungsform für alle entdeckt. 😉

Wahrscheinlich ist dir aber in letzter Zeit auch aufgefallen, dass vermehrt vom heimischen Superfood die Rede ist. Damit meint man die Wildkräuter und Wildpflanzen, die hier bei uns wachsen.

Gerade in Zeiten, in denen regionale und saisonale Produkte wieder mehr geschätzt werden und viele von uns wieder zur Natur finden, lohnt es sich, einen Blick auf unsere heimischen Pflanzen zu werfen.

Wildpflanzen – viel mehr als ein Trend!

Auch wenn die Ernährung mit heimischen Wildkräutern und -pflanzen derzeit in aller Munde ist, handelt es sich dabei eigentlich um keinen neuen Trend.

Diese Art der Ernährung ist die Natürlichste, die es für uns Menschen gibt. Schon vor Jahrtausenden stellten Wildpflanzen einen Großteil unserer Nahrung dar. Als steinzeitliche Jäger und Sammler aßen wir das, was uns der Wald lieferte. Und das waren, neben tierischen Produkten, die Wildkräuter, Wurzeln, Samen, Nüsse und Beeren.

Neben der Nahrung stellten Wildpflanzen zeitgleich unsere Medizin dar, die gezielt z.B. bei Wunden, Verdauungsbeschwerden und diversen anderen Kankheiten eingesetzt wurden.

Mit dem Sesshaftwerden fingen die Menschen an, Tiere zu domestizieren und Landwirtschaft zu betreiben. Getreide rückte in den Vordergrund, da es sich gut verarbeiten ließ, viel Energie lieferte und man es lange lagern konnte. Diese getreidelastige Ernährung wurde nur noch teilweise durch Wildpflanzen ergänzt. Durch den veränderten Lebensstil der einstigen Jäger und Sammler traten bei den neolithischen Bauern bereits Gelenkverschleiß und nahrungsbedingte Mangelerscheinungen auf1. Diese Entwicklung setzte sich immer weiter fort, bis hin zur Industrialisierung. Heute ernähren wir uns überwiegend von verarbeiteten Lebensmitteln und gezüchtete Pflanzen. Auch die Schulmedizin hat die traditionellen Heilmittel überwiegend verdrängt. Den Wildpflanzen wird dabei kaum noch ein Platz in der Ernährung oder Medizin eingeräumt.

Wiederentdeckung ungeahnter Kräfte…

Umso erfreulicher ist die heutige Entwicklung zu betrachten. Wir alle möchten wieder gesünder leben und unseren Körper ausreichend versorgt wissen.

Und viele von uns wussten es ja schon lange. Wildpflanzen können hier die Lösung bieten.

  • Sie liefern oft mehr Nährstoffe, wie z.B. Vitamin C oder Eiweiß, als kultivierte Gemüsesorten.
  • Sie enthalten deutlich mehr sekundäre Pflanzenstoffe als herkömmliches Gemüse und unterstützen damit verschiedenste Stoffwechselprozesse in unserem Körper.
  • Sie stärken unsere Immunabwehr.
  • Sie machen uns schön und pflegen unsere Haut und Haare.
  • Sie heilen Wehwehchen und unterstützen unseren Körper bei der Genesung.

All diese Eigenschaften treffen eben nicht nur auf exotische Produkte zu, von denen wir hier noch nie etwas gehört haben und die oft eine sehr lange Reise zurücklegen müssen, um bis zu uns zu gelangen. Unsere heimischen Pflanzen bergen mindestens genauso viel Potential für eine gesunde und natürliche Lebensweise.

Und das Beste? An den richtigen Stellen gesammelt, erhältst du kostenloses Superfood in Bio-Qualität!

Was kannst du für dich tun?

Integriere einfach mehr Wildpflanzen in dein Leben! Hole dir Inspirationen und probiere verschiedene Rezepte aus! Erarbeite dir nach und nach ein Repertoire an Wildpflanzen, die du magst und die dir guttun. Und lass dich nicht stressen von der Vielzahl an Pflanzen. Starte langsam und bleib einfach am Ball.

Schließlich sollen Wildpflanzen auch bei dir kein kurzlebiger Trend sein, sondern sich dauerhaft in deinem Leben wiederfinden und es bereichern.

Und jetzt im Spätherbst?

Du kennst dich noch nicht so gut mit Wildkräutern aus und fängst gerade erst an, diese wunderbare Welt für dich zu entdecken? Und jetzt stellst du fest, dass du nicht bis zum Frühling warten möchtest, um Wildpflanzen in deinen Alltag zu integrieren?

Dann habe ich noch drei schnelle Tipps für dich, die du auch als Anfänger im Spätherbst gut umsetzen kannst:

1. Hagebutten sammeln

Vielerorts findest du auch jetzt noch Hagebutten. Du kannst daraus einen Tee aufbrühen, der dich mit viel Vitamin C versorgt. Oder stelle doch mal ein köstliches Hagebuttengelee her? Verarbeitet zu einem wunderbaren Hagebuttenöl, pflegen sie deine Haut auch im Winter.

2. Brennnesselsamen pflücken

Brennnesselsamen

Brennnesseln kennt jeder! Wenn du dich an Wegrändern umschaust, findest du oft noch Brennnesselsamen. Nimm dir ein kleines Gläschen und Handschuhe mit und streife die Brennnesselsamen von der Pflanze ab. Diese kleinen Samen sind richtige Eiweißpakete und eigenen sich im Herbst und Winter z.B. zum Bestreuen von Suppen, Salaten und Gemüsepfannen.

3. Probier mal Bitterpulver

Wir nehmen mit unserer Nahrung sehr wenig Bitterstoffe auf. Es gibt kaum noch Gemüse, das wirklich bitter schmeckt. Diese Geschmacksrichtung wurde in den meisten Gemüsesorten weggezüchtet, da sie allgemein nicht sonderlich beliebt ist. Da Bitterstoffe für unseren Körper allerdings sehr wichtig sind, vor allem bei der Verdauung spielen sie eine wichtige Rolle, sollten wir sie regelmäßig in unseren Speiseplan integrieren.

Wenn es bei mir mal schnell gehen soll und meine Reserven an getrockneten Wildpflanzen nicht ausreichen, dann greife ich auch mal auf ein gekauftes Wildkräuterpulver in Bioqualität zurück.

Auch habe ich von meiner lieben Kollegin Silja von www.wildemöhre.at ein wunderbares Bitterpulver geschenkt bekommen. Somit ist auch im Winter gut für meine Gesundheit gesorgt.

Wildpflanzen gehören zu uns

Es lohnt sich also, sich intensiver mit dem Thema auseinanderzusetzen und mehr über Wildpflanzen zu lernen. Sie gehören zu uns, genauso wie wir als Menschen zur Natur gehören. Als Teil unserer ursprünglichen Ernährung bieten sie gerade in der heutigen Zeit ungeahnte Möglichkeiten und stellen jeden neuen Ernährungstrend in den Schatten.

1 Storl, Wolf-Dieter, Urmedizin, Aarau, München: AT Verlag 2017

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.